23.04.2003 ( Lippische Landeszeitung )
Der Waffe den Biss nehmen
Es hat Tradition, das Osterpokalschießen der Schwalenberger Schützengesellschaft am Ostermontag. Doch auch die Tradition geht mit der Zeit, neue Technik hält
ihren Einzug.
In diesem Jahr testeten die Schützen erstmals eine geliehene Scatt-Anlage. Das Prinzip
dieser Anlage ist die "computergesteuerte Zielwegdarstellung". Der Entschluss, eine Anlage im Wert von rund 2000 Euro zu kaufen, steht fest.
Das Waffenschutzgesetz ist erheblich verschärft worden. Die erweiterten
Sicherheitsmaßnahmen erschweren die Jugendarbeit im Schießsport. Aber: "Die Nutzung des Sportgewehres mit Infrarot-System ist im Sinne des Waffengesetzes keine
Waffenbenutzung," so Sportleiter Marcus Rohde.
Mit Hilfe der Scatt-Anlage können auch Jugendliche unter zwölf Jahren das Schießen üben.
Das Ergebnis sei dasselbe wie beim Schießen mit dem herkömmlichen Luftgewehr, berichtet Rohde, aber das Ganze sei viel ungefährlicher.
Die computergesteuerte Erfassung der Daten gibt Aufschluss darüber, wie das Üben
individuell verbessert werden kann auch für die erfahrenen Schützen. "Wenn man als Schütze an sich arbeiten will, ist dies die beste Möglichkeit", so Friedrich Tölle.
Mit Infrarotlicht wird der Haltepunkt auf der Scheibe sichtbar gemacht. So rücken
Beobachtungen in den Mittelpunkt, die bisher verborgen waren. Wie kommt die Waffe ins Ziel, wo befindet sich der Halteraum, wie ruhig hält der Schütze? Zusätzlich werden die
Charakteristiken des Auslösens und des Nachhaltens erkennbar, selbst die Eigenschaften der Waffe und der Munition lassen sich analysieren.
Insgesamt 50 Teilnehmer beteiligten sich beim Osterpokalschießen mit je drei Schuss,
liegend und stehend aufgelegt.Nur durch Stechen gelang es, die Rangfolge all der Schützen festzulegen, die es auf 57 Ring brachten. Hier ist sie: Sieger wurde Dirk Stichnothe (58
Ring), gefolgt von Karl-Heinz Schlemmer, Marcus Rohde, Fritz Kopp, Oliver Severiens, Otmar Akemeier-Mehret und Martin Vandieken.