06.05.2002 ( Lippische Landeszeitung )
90 Jahre Trachtengilde Schwalenberg und 20 Jahre Internationales
Trachtenfest. Das sind die zwei Jubiläen, die das Vereinsjahr 2002 bestimmen. Etwa 500 Teilnehmer aus anderen Trachtengruppen werden zum Fest erwartet, wie der Vorstand auf der jüngsten
Jahreshauptversammlung bekannt gab.
Zu Beginn der Versammlung berichtete Vorsitzender Helmut Laporte von den Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr. Neben einigen
Entrümpelungs- und Erneuerungsarbeiten im Haus der Gilde erwähnte er als Höhepunkte die Wochenendveranstaltung in Odisheim und den Besuch der Trachtengilde in Ungarn. Und auch,
wenn ihm das Ziel der Fahrt Homogmegy verständlicherweise etwas schwer über die Lippen ging, an die ungarische Gastfreundschaft konnte er sich gut erinnern.
Davon möchten die Schwalenberger auf ihrem 20. Internationalen Trachtenfest vom 2. bis 5.
August einiges zurückgeben. Neben der Gruppe aus Ungarn haben Tänzer aus Dänemark, aus der Ukraine, Kroatien, Schweiz, Schottland, Türkei, Litauen und Frankreich ihre Teilnahme zugesagt.
Sie treffen sich in Schwalenberg mit Trachtenfreunden aus Salzkotten, Augustdorf, Saarbrücken,
Hannover, Nordsehl und Ibbenbüren. "Praktizierte Völkerverständigung" nannten Helmut Laporte und sein Stellvertreter Ralf Drüke das geplante Fest. Und die funktioniert schon seit
vielen Jahren. Die "Dunedin-Dancers" aus Schottland und die "Odder og Omegns Folkedanserforening" aus Dänemark waren sogar schon 1962 dabei.
Neben den Vorbereitungen für das Fest waren in der Jahreshauptversammlung aber auch noch
andere Punkte zu besprechen. Laut Tagesordnung sollte über die Mitgliedschaft der Gilde in der "Bürgerstiftung" abgestimmt werden. Dazu kam es nicht. Klaus Friedrich von der Bürgerstiftung
machte deutlich, dass ein Stifter nicht von den erwirtschafteten Geldern profitieren könne. Als Schwalenberger Verein könne die Trachtengilde das wie andere Vereine auch aber sehr wohl,
wenn sie nicht gleichzeitig Stifter sei. Den Auftritt der Gilde als Stifter lehnten die Anwesenden daher ab, zumal die Kassenführerin Elke-Heidrun Brokmeier Schwierigkeiten mit dem Finanzamt befürchtete.
Sie war es auch, die im vergangenen Jahr mit dem Lippischen Heimatbund über den
beschlossenen Austritt der Trachtengilde gesprochen hat. Nach intensiven Gesprächen wurde der Austritt bisher nicht vollzogen. Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung wollten aber
auch einer Wiederaufnahme der "ruhenden" Mitgliedschaft nicht zustimmen. Sie forderten den Vorstand auf, noch einige versicherungsrechtliche Fragen zu klären. Bei positiver Auskunft soll
die Trachtengilde die Mitgliedschaft im Lippischen Heimatbund wieder aufnehmen. Das ist ganz im Sinne des Vorstandes, der damit die geforderte Handlungsfreiheit erhielt.
Das Ausscheiden von Christine Krüger machte am Samstag außerdem die Wahl eines neuen
Kassierers nötig. Elke-Heidrun Brokmeier wurde zur Kassenführerin gewählt, ihre bisherige Aufgabe als Schriftführerin übernahm Sabine Wiegand.
Übrigens bietet die Trachtengilde folgende ständige Termine an: Einen Übungsnachmittag der
Kindergruppe im Gildehaus mittwochs von 17 bis 18 Uhr, den Übungsabend der Erwachsenen im Gildehaus freitags von 20 bis 22 Uhr und das Seniorentreffen im Gildehaus an jedem dritten
Mittwoch im Monat um 15 Uhr. Neulinge und Besucher sind immer herzlich willkommen.